Alle Beiträge von Club of Hamburg

Plädoyer für Vielfalt

Wie kann Führung so gelingen, dass Unternehmen, Organisationen und die darin lebenden und arbeitenden Menschen sich bestmöglich entfalten? Oder ist Führung in bestimmten Situationen sogar entbehrlich? Wer heute über Diversität schreibt, muss mutig sein. So erhitzt ist die Diskussion darüber, was Gendergerechtigkeit bedeutet, wo Rassismus anfängt und wie ihm begegnet werden kann und muss, was Sprache, Film, Literatur, Politik in dieser Hinsicht richtig oder falsch machen oder gemacht haben, was sich ändern beziehungsweise geändert werden muss. Der nachfolgende Artikel verwendet bewusst den Begriff „Vielfalt“ und richtet den Blick auf das, was wir in Unternehmen mit Vielfalt gewinnen können. Ein Artikel von Gerhard Lippe, erschienen im August 2021 in der Deutschen Sparkassenzeitung. 


S-Servicepartner Norddeutschland GmbH

Thomas Tänzer 
Geschäftsführer der S-Servicepartner Norddeutschland GmbH
Thomas Tänzer 
Geschäftsführer der S-Servicepartner Norddeutschland GmbH

Der S-Servicepartner Norddeutschland erbringt wichtige Dienstleistungen für Sparkassen in Deutschland. Die Werte des Unternehmens enthalten folglich auch eine ethische Positionierung mit gesellschaftlicher Relevanz: nämlich die Unterstützung der Werte der Sparkassen – die Bewahrung der Regionalität und die Erhaltung von Arbeitsplätzen im Unternehmen und in der Sparkassenorganisation.

Die Geschäftsführung ist überzeugt, dass die Führungs- und Strategiearbeit im Unternehmen durch „Erfolg mit Anstand“ unterstützt wird. Daher folgte nach der DEX Bronze-Zertifizierung im vergangenen Jahr die vollständige Status Quo Analyse zum Deutschen Ethik Index (Status Silber).

Die Analyseergebnisse zeigten Handlungsbedarf auf, der in der Folgezeit bearbeitet wurde und weiterhin wird: Zunächst im engerem Führungskreis (Geschäftsführung und Bereichsleiter) und später mit Einbindung aller Führungskräfte. Dabei wurden drei Handlungsfelder aus der Analyse priorisiert: Kommunikation und Transparenz, Vernetzung sowie Arbeitgeber-Attraktivität im Spannungsfeld zwischen Kostenoptimierung und Skill-Bedarf.

Zur Identifikation und Umsetzung von Maßnahmen wird seit Anfang 2022 in vier Arbeitsgruppen kontinuierlich an den folgenden Handlungsfeldern gearbeitet: Kommunikation im Unternehmen, Führungskräfte in der Managementstruktur, Wünsche der Führungskräfte an die Geschäftsführung und Networking. Zur Verbreiterung der Erkenntnisgewinnung, über die Führungskräfte hinaus, wurde – wie in der Analyse angeregt – im Juli 2022 eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt.

Prof. Dr. Annette Kleinfeld im Interview zum Deutschen Ethik Index

„Erfolg mit Anstand“ ist ein Modell zum umfassenden Management unternehmerischer Verantwortung in all ihren heutigen Facetten. Unternehmen, die diesen Zertifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen haben, werden in den Deutschen Ethik Index aufgenommen. Professorin Dr. Annette Kleinfeld erklärt im Interview, warum der DEX nicht mit Ausschlusskriterin arbeitet, er mehr leistet, als ESG-Kriterien gerecht zu werden und warum Unternehmen von einer Zertifizierung dauerhaft profitieren.

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Deutscher Ethik Index immer relevanter

Immer mehr Unternehmen interessieren sich für eine Listung im Deutschen Ethik Index, abgekürzt DEX. Aktuell ist das weltweit führende Klavierbauunternehmen Steinway and Sons EMEA, Hamburg erfolgreich für die Aufnahme in den Deutschen Ethik Index begutachtet worden. Prof. Dr. Annette Kleinfeld: „Mit dem Deutschen Ethik Index – DEX wollen wir der schweigenden Mehrheit an „Fair Playern“ der deutschen Wirtschaft zu der Aufmerksamkeit verhelfen, die sie verdient.“

Grundlage für die Begutachtung und Zertifizierung von Unternehmen unter wirtschaftsethischen Gesichtspunkten ist ein wissenschaftlich fundiertes Reifegradmodell mit dem Titel „Erfolg mit Anstand“. Entwickelt im Auftrag der Deutschen Stiftung für Unternehmensethik, dem Club of Hamburg, handelt es sich dabei um die Anleitung zu einem ganzheitlichen Verantwortungsmanagement von Unternehmen im 21. Jahrhundert.

Club of Hamburg Vorstand Dr. Bernd-Georg Spies: „Zukunftsorientierte Unternehmen müssen sich mit dem Thema Business Ethics auseinandersetzen. Das Verfahren zur Aufnahme in den DEX ist eine hervorragende Möglichkeit, Lieferketten, Führungsverhalten, Unternehmenskultur, Change Management und viele weitere Faktoren auf den Prüfstand zu stellen und aktuellen Herausforderungen wie bsp. ESG-Normen zu begegnen. Als Stiftung für Unternehmensethik ist es unser Anliegen, uns für mehr Anstand in deutschen Unternehmen einzusetzen.“

Im DEX gelistete Unternehmen sind wirtschaftlich erfolgreich und auskunftsfähig darüber, ob diese Gewinne auf anständige Weise zustande gekommen sind.

Für mehr Informationen schicken Sie uns eine PM.

Förderer Rudolf Behr über sein Engagement für den Club of Hamburg

Rudolf Behr, Familienunternehmer in vierter Generation baut europaweit 4.000 Hektar Freilandgemüse an. Dabei setzt sich Behr neben der technischen Entwicklung zur Schonung von Ressourcen für mehr Biodiversität und gute Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter ein.

Seit zwei Jahren engagiert sich Rudolf Behr als Förderer für den Club of Hamburg. Im Interview spricht er über Unternehmertum mit sozialer Verantwortung.

Familienunternehmer Rudolf Behr im Interview mit dem Club of Hamburg.

Essay von Gerhard Lippe: Hat Anstand ausgedient?

Cum-Ex-Geschäfte sind ein Paradebeispiel für Business ohne Moral. Signale, die von unanständigen Menschen oder Unternehmen ausgesandt werden, häufen sich und sind oft laut. Frei nach dem Motto: „Wir können uns das erlauben, wir dürfen uns nur nicht erwischen lassen.“

Fehlender Anstand in Unternehmen wird zum Problem, wenn sein Fehlen keine absolute Ausnahme ist, sondern einer Haltung von Menschen entspricht, die eine exponierte Stellung einnehmen – etwa eine Führungskraft.

Erreicht diese Haltung sogar die Spitze von Unternehmen, können auch DAX-Konzerne ins Trudeln geraten, wie aktuelle Beispiele zeigen. Und wie im Strafrecht ist es auch in moralischer Hinsicht: Es geht nicht nur um aktives Handeln, sondern auch um Unterlassen, Zulassen, Augen zudrücken. So kann eine Mani­pu­lation an Fahrzeugen, um ungünstige Abgaswerte zu vermeiden, zu einem Problem werden, das Konzerne Millionen oder gar Milliarden kostet.

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Erweiterung des Vorstandes durch Dr. Michael Freytag

Der Club of Hamburg hat in seiner Sitzung am 25.11.2020 Dr. Michael Freytag als neues Vorstandsmitglied aufgenommen. Mit dem in 2020 erweiterten Vorstand um Lutz Marmor und Dr. Michael Freytag möchte der Club of Hamburg im kommenden Jahr noch mehr Unternehmer erreichen und die Anliegen des Club of Hamburg unter dem Dach „Erfolg durch Anstand“ in der Öffentlichkeit weiter bekannt machen.

Der gelernte Bankkaufmann und promovierte Jurist verfügt über vielfältige Erfahrungen aus und Vernetzung in Wirtschaft und Politik, so als Banker, Aufsichtsratsvorsitzender, Abgeordneter, Senator und Mitglied des Bundesrats. Zuletzt war er 10 Jahre Vorstandsvorsitzender der Schufa Holding AG und in dieser Zeit 6 Jahre Vizepräsident der Association of Consumer Credit Information Suppliers in Brüssel.

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Wirtschaftsethik in Corona-Zeiten

Ist das Engagement vieler Unternehmen für das Gemeinwohl nur schöner Schein oder nachhaltig? Welche Rolle spielt Corporate Social Responsibiltiy (CSR) in Krisenzeiten? Prof. Dr. Annette Kleinfeld forscht dazu. Im Interview mit dem Hochschulmagazin der htwg Konstanz.

Mancher mag seinen Augen kaum trauen: Vorstandsmitglieder eines Dax-Konzerns spenden einen Teil ihres Gehalts, Mobilfunkanbieter schenken ihren Kunden höheres Datenvolumen, Lebensmitteldiscounter zahlen Kassiererinnen und Kassierern eine Sonderprämie, Unternehmen stellen ihre Produktionslinien in Windeseile um, um die Herstellung von dringend benötigten Medizinprodukten zu beschleunigen, obwohl sie damit das Risiko von Verlusten eingehen. Da wird es einem wohlig warm ums Herz. Die Wirtschaft zeigt ihre Gemeinnützigkeit. Oder? Was ist die Motivation für das Engagement, das kaum jemand noch vor einem Vierteljahr für möglich gehalten hätte?

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Ohne Wirtschaft läuft gar nichts! | Kommentar von Professor Thomas Straubhaar

Ökonomie ist nicht alles. Stimmt. Aber richtig ist auch: ohne Wirtschaft ist alles andere nichts. Dass Produzieren vor Konsumieren kommt, ist seit der Vertreibung aus dem Paradies Grundgesetz des Menschseins. Zunächst müssen die Voraussetzungen geschaffen werden. Danach erst lässt sich Not lindern. Deshalb gilt auch: mit einer (zu) schwachen Wirtschaft werden in der Coronaviruskrise (zu) viele Menschenleben gefährdet.

Wenn richtigerweise und völlig unstrittig politisch alles zu tun ist, um möglichst vielen Menschen ein langes, gesundes und gutes Leben zu ermöglichen, dann geht das nicht gegen, sondern nur mit der Ökonomie. Um diese Grundgesetzlichkeit zu erkennen, bedarf es keiner vertieften statistischen Analyse.

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